Neues vom Dauerzustand
Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
von René Pollesch Regie: René Pollesch
Und eigentlich müsste es sich um die seit 2000 Jahren immer gleiche Tragödie handeln, denn es spielt ein Chor mit...
»Neues vom Dauerzustand« diskutiert in Anlehnung an ...
Und eigentlich müsste es sich um die seit 2000 Jahren immer gleiche Tragödie handeln, denn es spielt ein Chor mit...
»Neues vom Dauerzustand« diskutiert in Anlehnung an den Materialismus der Komödie den Verlust einer optimistischen Weltsicht, in der man die Möglichkeit einplant, sich nicht alles als individuelles Drama zu erzählen.
»Weißt du, wenn ein Mensch kurze Zeit lebt, sagt die Welt, dass er zu früh geht. Und wenn er lange Zeit lebt, sagt man, höchste Zeit, dass er geht. Aber man will ja auch lange leben. Und wenn ich was sammle und was zerstreue, was eigentlich mach ich denn da? Wir werden doch eigentlich alle zerstreut. In diese vielen Liebesgeschichten. Jeder liebt, und auf seine Art, und es sagt uns nichts. Wie anders ist es zu erklären, dass die Freunde mir raten, am Leben zu bleiben, nachdem ich verlassen wurde von meiner Liebe. Meine Liebe scheint ihnen nichts zu sagen. Warum sagen die, das war dann ja wohl nicht der Richtige. Das können die doch nicht immer dann sagen, wenn ich verlassen wurde. Jeder liebt, und es sagt uns nichts. Warum denn nicht? Das müsste uns doch etwas sagen. Aber alle stehen vor mir und sagen, es gibt auch noch andere, andere Jungs, andere Mädchen. Warum das? Ja, ich weiß, ich will ja auch lange leben, trotzdem versteh ich das nicht. Ich versteh mich ja selbst nicht, wie ich da noch lange leben kann, wenn mich die Liebe verlassen hat, die uns doch etwas sagen soll. Und dann steh ich vor allen, und die Liebe scheint allen nichts zu sagen. Und da muss man doch hinsehen, dass uns die Liebe nichts sagt. Von der man aber andererseits so erzählt, als könnte sie uns alle ins Boot holen. Vielleicht könnten wir durch die Liebe hinter das Geheimnis unserer Austauschbarkeit kommen, hinter die Austauschbarkeit unserer Einzigartigkeit in dieser Gemeinschaft.« René Pollesch
Premiere am 6. September 2012
- Regie
- Bühne
- Kostüme
- Chorleitung
- Licht Holger Stellwag
- Dramaturgie
- Es spielen
- Chor Stefanie Bruckner, Laura Louise Brunner, Johanna Hartenberg, Lisa Melina Paulun, Laura Schuller