Verbrachte ihre Kindheit in Kiel und Hamburg, wo sie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater auch ihre Schauspielausbildung absolvierte. Erste Bühnenengagements führten sie nach Kleve, Heilbronn, Münster und Braunschweig. 1965 kehrte sie nach Hamburg an das Deutsche Schauspielhaus zurück. 1969 wechselte sie an das Theater der Freien Hansestadt Bremen, wo sie Rainer Werner Fassbinder kennen lernte, mi...
Verbrachte ihre Kindheit in Kiel und Hamburg, wo sie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater auch ihre Schauspielausbildung absolvierte. Erste Bühnenengagements führten sie nach Kleve, Heilbronn, Münster und Braunschweig. 1965 kehrte sie nach Hamburg an das Deutsche Schauspielhaus zurück. 1969 wechselte sie an das Theater der Freien Hansestadt Bremen, wo sie Rainer Werner Fassbinder kennen lernte, mit dem sie eine langjährige intensive Zusammenarbeit für Film, Fernsehen und Theater verbindet. Sie drehte mit ihm zahlreiche Filme, u.a. »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« (1972), »Martha« (1974), »Angst vor der Angst« (1975), »Mutter Küsters Fahrt zum Himmel« (1975), »Satansbraten« (1976), »Chinesisches Roulette« (1976) und »Die dritte Generation« (1979). Am Theater spielte sie u.a. die Serienmörderin Geesche Gottfried in der Uraufführung von Fassbinders Stück »Bremer Freiheit« und die Titelrolle in der Ibsen-Adaption »Nora Helmer« (Verfilmung 1974). Nach Engagements in Darmstadt und erneut am Schauspielhaus Hamburg spielte sie ab 1977 an den Staatlichen Schauspielbühnen in Berlin. 1982 wechselte sie zu Hansgünther Heyme nach Stuttgart und 1995 zu Leander Haußmann nach Bochum, mit dem sie auch in der Folge regelmäßig arbeitete. Ende der 80er Jahre begann ihre Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief, die sich bis zu seinem Tod im Jahr 2010 fortsetzte. So spielte sie u.a. in dessen Filmen »100 Jahre Adolf Hitler - Die letzte Stunde im Führerbunker« (1989) und »Terror 2000« (1992), und in Theaterproduktionen, wie u.a. »Bambiland« und »Mea Culpa« am Wiener Burgtheater und »Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir« bei der Ruhrtriennale. Zahlreiche Gastengagements führten sie an bedeutende Bühnen wie die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, das Burgtheater Wien und die Münchner Kammerspiele. Sie drehte international u.a. mit dem polnischen Regisseur Andrzej Żuławski und mit Agnieszka Holland den oscarnominierten Film »Bittere Ernte«. In jüngerer Zeit arbeitete sie mit Filmregisseuren wie Romuald Karmakar, Chris Kraus, Oskar Roehler und Detlev Buck.
Margit Carstensen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Filmband in Gold für ihre darstellerische Leistung in »Die bitteren Tränen der Petra von Kant« (1973) und dem Bayerischen Filmpreis (2002). Bereits 1973 wurde sie von der deutschen Filmkritik zur besten Schauspielerin des Jahres gewählt. »Neues vom Dauerzustand« am Schauspielhaus Hamburg ist nach »Schmeiß dein Ego weg« an der Volksbühne Berlin und »Die Liebe zum Nochniedagewesenen« am Wiener Burgtheater ihre dritte Zusammenarbeit mit René Pollesch.
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