Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Sie noch einmal neu anfangen können. An dem all Ihre Wünsche, auch die geheimsten, in Erfüllung gehen. Ein Ort, an dem Sie die schönste, klügste und begehrenswerteste Version Ihrer selbst sind. Einfach so. Thomas Melle erschafft diesen Ort in seinem jüngsten Roman „Haus zur Sonne“, nur hat der Aufenthalt an diesem magischen Ort einen Preis – das eigene Leben. Verzweifelte, Einsame und psychisch Kranke versammeln sich hier, um der eigenen Existenz selbstbestimmt den Schlusspunkt zu setzen. KI ...
Worum es geht
Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem Sie noch einmal neu anfangen können. An dem all Ihre Wünsche, auch die geheimsten, in Erfüllung gehen. Ein Ort, an dem Sie die schönste, klügste und begehrenswerteste Version Ihrer selbst sind. Einfach so. Thomas Melle erschafft diesen Ort in seinem jüngsten Roman „Haus zur Sonne“, nur hat der Aufenthalt an diesem magischen Ort einen Preis – das eigene Leben. Verzweifelte, Einsame und psychisch Kranke versammeln sich hier, um der eigenen Existenz selbstbestimmt den Schlusspunkt zu setzen. KI-induzierte Simulationen erfüllen letzte Wünsche wie Ruhe, Intimität, Exzess, Schönheit oder Kontrolle. Melles Protagonist, schwer gezeichnet von einer bipolaren Störung, begibt sich ins „Haus zur Sonne“, wissend, dass sein Leben keinen Sinn mehr hat.
Doch so sicher scheinen die Dinge bald schon nicht mehr: Denn was ist der Wert des Todes – im Angesicht des Lebens? Was eigentlich ist Selbstbestimmung? Gerade bei einem psychisch Kranken? Und entsorgt das „Haus zur Sonne“ nicht eigentlich nur die gesellschaftlich Randständigen und Unerwünschten? Melles neuer Roman, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025 stand, entwirft ein kafkaeskes und scharfsinniges Gedankenexperiment über den Sinn des Lebens und die Suche nach dem Glück.
Über Adrian Figueroa
Adrian Figueroa studierte in London Angewandtes Theater und arbeitet als Regisseur für Film und Theater. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine hohe atmosphärische Dichte und Genauigkeit aus. „Draußen vor der Tür“, am Düsseldorfer Schauspielhaus entstanden, wurde 2025 zum Festival „Radikal jung“ nach München eingeladen. In der Spielzeit 25/26 inszenierte er am Schauspiel Hannover Jenny Erpenbecks Jahrhundertroman „Heimsuchung“ als formstarkes Kammerspiel der deutschen Geschichte und kehrt nun mit „Haus zur Sonne“ zurück.
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