Dieser »Lohengrin« hat nichts mit Richard Wagner zu tun: Der italienische Komponist Salvatore Sciarrino schrieb Anfang der 1980er Jahre eine Kammeroper mit demselben Titel, die sich jedoch auf eine Vorlage des symbolistischen Dichters Jules Laforgue aus dem Jahr 1887 bezieht. Im Vordergrund steht denn auch Elsa, die, von Lohengrin verlassen, über die Vergangenheit sinniert – sei sie real oder auch nur Produkt ihrer Vorstellungskraft. Sehnsucht und Hoffnung sind die treibenden Kräfte für Elsas Erinnerung und Gegenwart; die Handlung findet nur in ...
Dieser »Lohengrin« hat nichts mit Richard Wagner zu tun: Der italienische Komponist Salvatore Sciarrino schrieb Anfang der 1980er Jahre eine Kammeroper mit demselben Titel, die sich jedoch auf eine Vorlage des symbolistischen Dichters Jules Laforgue aus dem Jahr 1887 bezieht. Im Vordergrund steht denn auch Elsa, die, von Lohengrin verlassen, über die Vergangenheit sinniert – sei sie real oder auch nur Produkt ihrer Vorstellungskraft. Sehnsucht und Hoffnung sind die treibenden Kräfte für Elsas Erinnerung und Gegenwart; die Handlung findet nur in ihrem Kopf statt. Michael Sturminger, einer der renommiertesten österreichischen Regisseure und Autoren, inszeniert dieses reduzierte wie intensive Werk mit der Sopranistin Sarah Maria Sun in der Hauptrolle.
»Ich musste ganz von vorne beginnen, mir den Umgang mit den Instrumenten mit Hilfe einer unberührten Hand und eines jungfräulichen Ohrs auf der Grundlage eines Experimentes zwischen Primitivismus, Ordnung und Futurismus erfinden«. Sciarrino gilt als Meister der Stille und feinen Nuancen. So fein, dass man die Ohren spitzen und genau hinhören muss. Das ist auch eine Aufforderung an den Hörer, ruhig zu werden und sich auf die Musik einzulassen.
Salvatore Sciarrinos Musik bewegt sich jenseits von den Traditionslinien der musikalischen Moderne. Er sagte einmal in einem Interview: »Ich muss anders als alle anderen komponieren«. Wie kaum einem anderen gelang es Sciarrino seit den späten 1960er Jahren, sich von den aktuellen Zeitströmungen zu lösen: Weder die komplexe Struktur der Nachkriegsavantgarde um Pierre Boulez, noch Postserialismus oder die scheinbaren Freiheiten der Postmoderne konnten die ästhetische Position des 1947 in Palermo geborenen Komponisten beeinflussen.
Eine Produktion der Osterfestspiele Salzburg 2017.
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