„Das Etablissement der Tatsachen“ - Szenische Lesung und Live-Elektronik
Ton und Labor. Begleitet von einem live-elektronischen Musikquartett inszeniert die in Berlin lebende bildende Künstlerin Alice Creischer zum ersten Mal für eine Bühnensituation ihr szenisches Langgedicht „Das Etablissement der Tatsachen“ (2012). Der komplexe Textkörper aus Szenen, Fußnoten, Textfragmenten und verschlüsselten Gedichten wird unter der Regie von Creischer mit lokalen Performer:innen in Form eines improvisierten Live-Hörspiels vorgetragen. „Das Etablissement der Tatsachen“ ist Alice Creischers künstlerisch-kritische Auseinandersetzung ...
Ton und Labor. Begleitet von einem live-elektronischen Musikquartett inszeniert die in Berlin lebende bildende Künstlerin Alice Creischer zum ersten Mal für eine Bühnensituation ihr szenisches Langgedicht „Das Etablissement der Tatsachen“ (2012). Der komplexe Textkörper aus Szenen, Fußnoten, Textfragmenten und verschlüsselten Gedichten wird unter der Regie von Creischer mit lokalen Performer:innen in Form eines improvisierten Live-Hörspiels vorgetragen. „Das Etablissement der Tatsachen“ ist Alice Creischers künstlerisch-kritische Auseinandersetzung mit dem im 17. Jahrhundert in England entwickelten Begriff des Labors, „a disciplined space, where experimental, discursive, and social practices were collectively controlled by competent members.“
Alice Creischer (geb. 1960 in Gerolstein, Studium in Düsseldorf, lebt in Berlin) ist für ihre tiefgreifenden und detailreichen Environments bekannt, in denen Malerei, Collage und Skulptur sich mit poetischen und kritischen Textarbeiten zu einer komplexen Erzählung verbinden. 2007 inszenierte sie in Kassel zur documenta 12 zusammen mit dem Künstler Andreas Siekmann und dem Dirigenten und Komponisten Christian von Borries während den samstäglichen Geschäftszeiten einer Shopping Mall ihr arbeitskritisches Musiktheater „Auf einmal und gleichzeitig. Eine Machbarkeitsstudie - Musikalische Szenen zur Negation von Arbeit“. 2022 war in Köln ihr zusammen mit Andreas Siekmann und Max Jorge Hinderer Cruz kuratiertes postkoloniales Ausstellungsprojekt „Potosí-Prinzip“ im Academy Space der Akademie der Künste der Welt zu sehen.
Eigens für den reiheM-Abend mit Alice Creischer wurden mit Michael Anacker (aka. „Kallabris“, Musiker und Professor der Philosophie, Bochum), Angela Fette (Malerin und Performancekünstlerin, Düsseldorf), Timo Hein (Musiker, Düsseldorf) und Christian Jendreiko (Künstler, Musiker und Professor für Design und Strategien digitaler Kommunikation, Düsseldorf) eine Gruppe lokaler Vertreter:innen der experimentellen Live-Elektronik gewonnen, die schon in zahllosen Zusammenhängen von Ausstellungen, Aktionen, Vortragssituationen und Konzerten gemeinsam aufgetreten sind.
Das Konzert wird präsentiert von reiheM – Konzertreihe für Gegenwartsmusik, Elektronik und neue Medien, veranstaltet von Mark e.V. und gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
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