Zum zweiten Mal nach 2019 wird die Reihe „Paul Heller invites…“ zum Gipfeltreffen von vier Gesangsstimmen. Getrost kann man bei diesem zweiten „Vocal Summit“ von einem aufregenden Mini-Festival sprechen, so vielfältig ist das Spektrum der stimmlichen Texturen. Wobei es doch eigentlich fünf „Stimmen“ sind: Das ausdrucksstarke Saxofon des Gastgebers „spricht“ und jubiliert nicht minder eindringlich als eine menschliche Gesangsstimme.
Wieder dabei ist die niederländische Sängerin Fay Claassen, über die ein US-Jazz-Magazin schrieb, sie sei ...
Zum zweiten Mal nach 2019 wird die Reihe „Paul Heller invites…“ zum Gipfeltreffen von vier Gesangsstimmen. Getrost kann man bei diesem zweiten „Vocal Summit“ von einem aufregenden Mini-Festival sprechen, so vielfältig ist das Spektrum der stimmlichen Texturen. Wobei es doch eigentlich fünf „Stimmen“ sind: Das ausdrucksstarke Saxofon des Gastgebers „spricht“ und jubiliert nicht minder eindringlich als eine menschliche Gesangsstimme.
Wieder dabei ist die niederländische Sängerin Fay Claassen, über die ein US-Jazz-Magazin schrieb, sie sei für den Gesang, was Audrey Hepburn fürs Kino war: elegant und anmutig. Mit ihrer Strahlkraft, vor allem aber ihrer vielschichtigen, mitunter wunderbar angerauten Stimme begeistert sie auch im Zusammenwirken mit dem meisterlichen Sänger und Komponisten David Linx aus Belgien. Ihr gemeinsames Album „And Still We Swing“ (2020, mit der WDR Big Band) ist definitiver Höhepunkt ihrer nunmehr 20 Jahre währenden Zusammenarbeit. Nicht weniger mitreißend erweitert Jazz-Diva Marjorie Barnes den Summit aus der Perspektive des US-amerikanischen Jazz. Virtuos swingend begeistert sie sowohl mit Songs des American Songbook als auch mit ihrem grandiosen Sarah-Vaughn-Tribute – und ist obendrein gestandener Star des Electro Disco-Funk: Ihr Album „Point Blank“ (1983), arrangiert von Jerry van Royen, ist unbedingt eine Wiederentdeckung wert. Eine völlig andere Klangfarbe bringt Alma Naidu ein: Keine zeitgenössische Spielart scheint der jungen Sängerin und Songwriterin fremd, mit ihrer fragilen, betörend schönen Stimme meistert sie Pop, Musical und Jazz gleichermaßen, interpretiert Duke Ellingtons „Sacred Concert“ ebenso stilsicher wie sie mit ihrer eigenen Band ihr selbstkomponiertes Material verdichtet.
Ein solches Dream-Team bedarf einer angemessenen Rhythm Section, und die führt niemand Geringerer als der niederländische Pianist Cor Bakker. In seiner Heimat längst ein Superstar, ist er seit langem schon kongenialer Partner von Fay Claassen. Ähnlich wie Alma Naidu verjüngt Caris Hermes das Ensemble mit melodischem und rhythmischem Verve, während Hans Dekker, erfahrener Schlagzeuger der WDR Big Band, dieses einzigartige, niederländisch-deutsche Ensemble komplettiert.
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