Wenn ein »Klassiker« zu sein bedeutet, dass ein Künstler die widerstrebenden Tendenzen seiner Zeit aufnehmen und vollendet ins Werk setzen kann, dann verdient Béla Bartók den Ehrentitel eines Klassikers des 20. Jahrhunderts. Sein Zweites Violinkonzert war von Anfang an ausgesprochen populär, obwohl es um die Errungenschaften der Avantgarde keineswegs einen Bogen macht. Für den Violinpart holt sich Chefdirigent Alan Gilbert den griechischen Star-Geiger Leonidas Kavakos an die Seite.
Bartóks Zweites Violinkonzert beginnt hübsch klassisch in reinem ...
Wenn ein »Klassiker« zu sein bedeutet, dass ein Künstler die widerstrebenden Tendenzen seiner Zeit aufnehmen und vollendet ins Werk setzen kann, dann verdient Béla Bartók den Ehrentitel eines Klassikers des 20. Jahrhunderts. Sein Zweites Violinkonzert war von Anfang an ausgesprochen populär, obwohl es um die Errungenschaften der Avantgarde keineswegs einen Bogen macht. Für den Violinpart holt sich Chefdirigent Alan Gilbert den griechischen Star-Geiger Leonidas Kavakos an die Seite.
Bartóks Zweites Violinkonzert beginnt hübsch klassisch in reinem H-Dur, wagt dann einen Flirt mit der Zwölftonmusik und spielt am Ende sogar mit Vierteltönen. Anschließend stellt Gilbert dem Standardwerk der Violinliteratur ein ebensolches der Sinfonik gegenüber: Anton Bruckners Siebte, über die es etwa nach der Hamburger Erstaufführung 1886 hieß: »Die Entwicklung des Geistes kennt keinen Stillstand, und noch immer ist zur rechten Zeit ein genialer Kopf erschienen, um der Kunst neue Bahnen zu weisen«.
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