„Er war von einer Art Raserei besessen, die keine menschliche Institution verschonte“, schreibt André Breton über Antonin Artaud – und verkennt den zum Mythos gewordenen französische Dichter und Theaterkünstler dabei gleichermaßen: Artaud ist ein nervös Fühlender, der sich zwar gegen gesellschaftliche Normen auflehnt, dabei aber einen Weg poetischer Unbeugsamkeit geht – auf der Suche nach absoluter Einheit. Dieser Weg führt ihn auch zu den Tarahumaras, einem indigenen Stamm in Mexiko, bei dem er diese Einheit erstmals findet.
Dem visionären Theatermenschen ...
„Er war von einer Art Raserei besessen, die keine menschliche Institution verschonte“, schreibt André Breton über Antonin Artaud – und verkennt den zum Mythos gewordenen französische Dichter und Theaterkünstler dabei gleichermaßen: Artaud ist ein nervös Fühlender, der sich zwar gegen gesellschaftliche Normen auflehnt, dabei aber einen Weg poetischer Unbeugsamkeit geht – auf der Suche nach absoluter Einheit. Dieser Weg führt ihn auch zu den Tarahumaras, einem indigenen Stamm in Mexiko, bei dem er diese Einheit erstmals findet.
Dem visionären Theatermenschen, aber auch dem Opfer zweifelhafter psychiatrischer Behandlungen ist dieser Abend gewidmet. Gegen seine eigene Pathologisierung, aber auch gegen eine Welt, die Regeln definiert und durchsetzt, kämpft Artaud zeit seines Lebens an: „Ich bin ein Fanatiker, kein Verrückter.“ Ein Provokateur und Störenfried, „le mômo“ – wie er sich selbst bezeichnet: Das närrische Kind, das den engen Konventionen widerspricht und das sich instinktiv auflehnt in grenzenloser Hingabe des eigenen Ichs. Roberto Ciulli nähert sich in einer intimen Arbeit diesem radikalen Geist, der in seiner großen Sensibilität vor allem ein kompromissloser Suchender nach einer anderen Realität war: eine Realität, in der Einheit, Reinheit und Hingabe verschmelzen: „Ich leide, nicht nur im Geist, sondern auch im Fleisch und in meiner alltäglichen Seele“, so Antonin Artaud in einem Brief. „Ich könnte wahrhaftig behaupten, dass ich nicht in der Welt bin.“
Auch Schauspielerin Simone Thoma ist nicht mehr in der Welt – sie verstarb während der Proben zu diesem Stück. Mit ihrem Bild und in ihrer Stimme, mit der sie Antonin Artaud auf der Bühne erstehen lässt, ist sie an diesem Abend für uns dennoch gegenwärtig.
In order for our website to function optimally, we use cookies for some of our applications. This includes i.a. the embedded social media, but also a tracking tool that provides us with information about the ergonomics of our website and user behavior. If you click on "Accept all cookies", you agree to the use of technically necessary cookies and those to optimize our website. See "Cookie Settings" for more information.
Control settings
Please select your preferences. You can change these at any time.
In order for our website to function optimally, we use cookies for some of our applications. These cannot be deactivated, otherwise you will not be able to use all applications.
In order to make our website as user-friendly as possible, we have i.a. social media embedded on our website. This allows you to share content with your loved ones on the appropriate network with just a few clicks. We also use anonymous tracking technology, which gives us information about e.g. the user behavior, but also the effectiveness and ergonomics of our website. For this purpose, we also use services that may be based outside the European Union (especially in the USA), where the level of data protection may be lower than in Germany.