Auch am zweiten Tag bietet Houbara - Resonanzen Iran aktuellen zeitgenössischen Stimmen aus der Region eine Plattform. Kuratorin Sophie Emilie Beha und Co-Kuratorin Mona Matbou Riahi legen den Fokus auf aktuelle und grenzensprengende Musik, die berührt, verbindet und neue Hörweisen eröffnet. Houbara versteht sich als Einladung, gemeinsam zuzuhören, sich auszutauschen und neue Perspektiven zu entdecken.
Am Festivalsonntag setzt das Ensemble Chakâm den Dialog fort: Benannt nach einer alten persischen Gedichtform, entfaltet es eine musikalische ...
Auch am zweiten Tag bietet Houbara - Resonanzen Iran aktuellen zeitgenössischen Stimmen aus der Region eine Plattform. Kuratorin Sophie Emilie Beha und Co-Kuratorin Mona Matbou Riahi legen den Fokus auf aktuelle und grenzensprengende Musik, die berührt, verbindet und neue Hörweisen eröffnet. Houbara versteht sich als Einladung, gemeinsam zuzuhören, sich auszutauschen und neue Perspektiven zu entdecken.
Am Festivalsonntag setzt das Ensemble Chakâm den Dialog fort: Benannt nach einer alten persischen Gedichtform, entfaltet es eine musikalische Sprache aus miteinander ‚sprechenden‘ Streichinstrumenten, fein nuancierter Klangprosa und intensiven Spannungsbögen. Avin Ahmadi verwandelt den Green Room mit ihren poetischen Songs in eine schwebende, intime Zwischenwelt. Zum Ende des Festivals präsentiert das Delaram Kafashzadeh Quintet ein ebenso poetisches wie energiegeladenes Konzert – fest im Jazz verwurzelt und zugleich tief verbunden mit dem klassischen persischen Erbe.
Die Konzerte werden von einem Kurzfilmprogramm, kuratiert von Visions of Iran, umrahmt.
Programm Tag #2
31.05.2026
16:00 | Konzertsaal
Iranian Short Films: Choreographies of Resistance (Eintritt frei)
Im Iran, wo es Frauen seit langem verboten ist, in der Öffentlichkeit zu singen oder zu tanzen, finden Musik und Bewegung meist im privaten Raum und in Untergrundnetzwerken statt – und nur selten öffentlich, doch immer als Akte des Widerstands. In diesem Kurzfilmprogramm (Dokumentar-, Animations-, Experimental- und Spielfilme) treten Klang, Gesang und Tanz nicht nur als ästhetische Ausdrucksformen hervor, sondern auch als Zeugnis für die Präsenz einer Abwesenheit. Frauen verleihen durch ihre Stimme und ihren Körper einer Choreografie des Widerstands Gestalt, in der Geste, Rhythmus und Stimme Geschichten tragen, die sich dem Schweigen widersetzen.
Das Kurzfilmprogramm wurde kuratiert von Ghasideh Golmakani im Rahmen einer Kooperation mit dem iranischen Filmfestival Visions of Iran. Die Filme sind im Originalton mit englischen Untertiteln.
18:00 | Konzertsaal
Delaram Kafashzadeh Quintet
Verwurzelt im Jazz und geprägt von rhythmischer Komplexität, verbindet das Delaram Kafashzadeh Quintet seine klassische Ausbildung mit dem persischen musikalischem Erbe zu einem unverwechselbaren, zutiefst persönlichen Klang. Die Musik spiegelt Momente aus Kafashzadehs eigener künstlerischer Reise wider – die kleinen, intimen Augenblicke des Alltags, flüchtige Inspirationen, die für sie etwas Magisches haben. Ihre Musik verbindet Elemente der klassischen Musik, Improvisation, Poesie und komplexe rhythmische Strukturen und spiegelt ein tiefes Interesse am Zusammenspiel von Sprache, Rhythmus und Klang wider.
19:00 | Green Room
Avin Ahmadi
Die Oud-Spielerin, Sängerin und Improvisatorin Avin Ahmadi, geboren 2004, wuchs mit einem Instrument auf, das oft unterschätzt und auf enge Rollenbilder reduziert wird. Sie hinterfragt diese tradierten Begrenzungen und erforscht musikalische Wege, die bislang kaum beschritten wurden. Auf diese Weise entwickelte sie einen klar erkennbaren, persönlichen Stil, in dem Gesang und Oudspiel untrennbar miteinander verwoben sind. Ihr Solo-Projekt Qayeq präsentiert eine eigenständige Fusion aus persischen und Jazz-Einflüssen und verbindet Originalkompositionen mit ausgewählten traditionellen persischen Klanglandschaften.
20:00 | Konzertsaal
Ensemble Chakâm
Das Ensemble Chakâm, benannt nach einer alten persischen Gedichtform, entfaltet eine musikalische Sprache aus miteinander in Dialog tretenden Streichinstrumenten, zarter Prosa und eindringlichen Versen. Die drei Musikerinnen bauen auf den klassischen Grundlagen des persischen, arabischen und barocken Repertoires auf, in denen intensive rhythmische Passagen lebhaften melodischen Ausbrüchen weichen. Das Trio vertont dabei auch seine eigenen Lebenssituationen: die Sehnsucht nach früh verlassenen Heimatländern, das Gefühl der Entwurzelung und die Erinnerungen an Orte, die nur noch in der Musik weiterleben – aber auch die unermüdliche Vitalität von Erfahrung, Entdeckung und Neubeginn.
Der Houbara übrigens ist ein iranischer, endemischer Zugvogel, der vom Aussterben bedroht ist. Der Titel bezieht sich auch auf „Die Konferenz der Vögel” (منطق الطیر) von Fariduddin Attar – eine große mystische Dichtung, die zu den bedeutendsten Werken der persischen Literatur zählt. Sie beschreibt die Wallfahrt von Tausenden von Vögeln der Welt, die auf der Suche nach einem idealen König sind. Am Ende bleiben dreißig Vögel übrig – und erkennen, dass sie selbst der gesuchte König sind.
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