„Die Rote Hilde“ ist ein Schauspiel, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte steht. In einer semi-dokumentarischen Form vereint es authentische Fakten und fiktive Handlungselemente zu einem dramatischen Bühnenwerk.
Geschildert wird die fiktive Begegnung der Chefanklägerin des Obersten Gerichts der DDR, Hilde Benjamin, mit Hans-Jürgen Kraft, dem Sohn eines von ihr zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilten Anwalts. Dessen Vergehen: Enteignete, in das Volkseigentum überführte kapitalistische Privatbetriebe ...
„Die Rote Hilde“ ist ein Schauspiel, in dessen Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte steht. In einer semi-dokumentarischen Form vereint es authentische Fakten und fiktive Handlungselemente zu einem dramatischen Bühnenwerk.
Geschildert wird die fiktive Begegnung der Chefanklägerin des Obersten Gerichts der DDR, Hilde Benjamin, mit Hans-Jürgen Kraft, dem Sohn eines von ihr zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilten Anwalts. Dessen Vergehen: Enteignete, in das Volkseigentum überführte kapitalistische Privatbetriebe durch Gerichtsentscheidungen zu reprivatisieren.
Wegen ihrer gnadenlosen, allein dem sozialistischen Denken verpflichteten Prozessführung, die ihre Urteile auszeichnete, den Todesurteilen und lebenslänglichen Zuchthausstrafen, wurde Hilde Benjamin in der DDR zur gefürchteten „Roten Hilde“. Ihre eigene Biographie - ihr jüdischer Mann wurde wegen Vorbereitung zum Hochverrat 1942 im KZ Mauthausen umgebracht - bestimmte im Wesentlichen die Maxime ihres Handelns: Der Sozialismus ist der einzige Weg um eine bessere Welt zu erschaffen. Wer sich dagegen stellt, ist ihr Feind. Die Härte ihrer Urteile ist so zu erklären.
Ort und Zeit der Handlung ist die Wohnung der Hilde Benjamin in Ost-Berlin, in der Nacht vom 15. zum 16. Juni 1953. Es ist die Nacht, als in der Stalinallee zum ersten Mal der Ruf: „Der Spitzbart (Walter Ulbricht) muss weg“ erschallt, die Nacht, in der das Fundament der DDR wackelt und die SED am 17. Juni die sowjetischen Panzer um Hilfe ruft.
Das Gespräch in dieser Nacht zwischen Hilde B. und dem Sohn des verurteilten Friedrich K. wird von großer Ambivalenz der Gefühle begleitet. Hans-Jürgen Kraft hat ein Gesuch zur Begnadigung seines Vaters eingeleitet, welches Hilde B. vorliegt. Ideologischer Starrsinn und höchste emotional Befindlichkeit treffen aufeinander, und führen sowohl zu Augenblicken gegenseitigen Zuhörens, als auch zu schroffer Ablehnung.
„Die Rote Hilde“ ist Geschichte einer starken Frau die, im Glauben das Richtige zu tun, das Unrecht als Recht erkennt. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der von Ideologien unverbildet, um Menschlichkeit kämpft.
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