Dionysos is in town! – Und Pentheus, Herrscher der Stadt Theben, verliert den Kopf: Wer ist dieser „Gott“, dem die Menschen auf einmal huldigen? Ekstatische Entgrenzung mithilfe von Musik und Tanz fordert er, Auflösung des Selbst im Rausch. Aber wo bleibt die Ordnung? Und vor allem: Wo sind die Frauen? Sie, die „Bakchen“, haben sich fernab der Stadt in die Gefolgschaft des Rausch-Gottes begeben und feiern, so wird erzählt, wahnsinnige Gelage. Pentheus ist außer sich – lüstern steht ihm der Sinn nach Gewalt und Erregung: Dieses liederliche Durcheinander ...
Dionysos is in town! – Und Pentheus, Herrscher der Stadt Theben, verliert den Kopf: Wer ist dieser „Gott“, dem die Menschen auf einmal huldigen? Ekstatische Entgrenzung mithilfe von Musik und Tanz fordert er, Auflösung des Selbst im Rausch. Aber wo bleibt die Ordnung? Und vor allem: Wo sind die Frauen? Sie, die „Bakchen“, haben sich fernab der Stadt in die Gefolgschaft des Rausch-Gottes begeben und feiern, so wird erzählt, wahnsinnige Gelage. Pentheus ist außer sich – lüstern steht ihm der Sinn nach Gewalt und Erregung: Dieses liederliche Durcheinander will er beenden! Aber vorher doch einmal heimlich schauen, was die „rasenden“ Frauen da genau machen…
Wo rauschhaftes Treiben herrscht, sind Überwachen und Strafen nicht weit – und damit auch der französische Philosophiestar Michel Foucault nicht: Ist das ein Trip oder eine Vorlesung? Sind dies wirklich noch die Berge vor Theben, wo Pentheus, der ungläubige Voyeur, einen grausamen Tod sterben muss? Zeiten und Räume stürzen im Rausch ineinander...
Das wohl berühmteste Drama des Euripides thematisiert mit der Konfrontation von herrschaftlicher Ordnung und subversiver Grenzüberschreitung eine Konfliktlinie, die alle Gesellschaften – von der Antike bis in unsere Gegenwart – durchzieht. Der Kontrollzwang des antiken Herrschers Pentheus, sein Blick, wird ihm schließlich zum Verhängnis. Und wer blickt hier, im Theater, eigentlich auf wen? Sind wir die Voyeure oder sind wir die „Rasenden“? – Auf der Freilichtbühne im Raffelbergpark nimmt uns Regisseur Philipp Preuss mit auf eine delirierende Erkundung des ewigen Gegensatzpaares von Kontrolle und Rausch.
Gefördert von: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von NEUE WEGE in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.
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