Eine Bühnenfassung von Natalja Starosta Alexander Klessinger nach Ágota Kristóf
“Alle unsere Vorstellungen über das Leben müssen zurückgenommen werden in einer Zeit da nichts mehr dem Leben anhängt. Und diese schmerzliche Trennung ist die Ursache dafür, daß die Dinge Rache üben, und die Poesie, die nicht mehr in uns ist und die wir nicht mehr in den Dingen wiederzufinden vermögen, entspringt mit einem Mal der schlechten Seite der Dinge; nie zuvor hat man so viele Verbrechen gesehen, deren sonderbare Willkür sich allein durch unser Unvermögen klärt, das Leben in Besitz zunehmen.”
(Antonin Artaud, Das Theater und sein Double) ...
“Alle unsere Vorstellungen über das Leben müssen zurückgenommen werden in einer Zeit da nichts mehr dem Leben anhängt. Und diese schmerzliche Trennung ist die Ursache dafür, daß die Dinge Rache üben, und die Poesie, die nicht mehr in uns ist und die wir nicht mehr in den Dingen wiederzufinden vermögen, entspringt mit einem Mal der schlechten Seite der Dinge; nie zuvor hat man so viele Verbrechen gesehen, deren sonderbare Willkür sich allein durch unser Unvermögen klärt, das Leben in Besitz zunehmen.”
(Antonin Artaud, Das Theater und sein Double)
Wie einer Welt begegnen, die sich von ihrer dunkelsten Seite zeigt?
In dem Roman Das große Heft erzählen uns zwei Kinder von der Grausamkeit eines Krieges, in dem Gewalt zum Alltag und somit banal wird. Kinder, die alles sehen und alles verstehen, werden Projektionsfläche von Schuld und Unschuld, Moralvorstellung und Tabu. Sie entwickeln sich zu Missionaren einer verkehrten Welt, die überlebt werden will.
Die Exilliteratin Ágota Kristóf verwebt Unschuld mit Gräueltat und beschwört einen ästhetischen Sog, der dem ebenso kontinuierlichen Bedürfnis, sich zu entziehen, widerstrebt.
Ins Leben geworfen und sich selbst überlassen, verspricht nur noch eines Sicherheit, die Erkenntnis abstumpfen zu müssen. Die Inszenierung befragt, ob Entmenschlichung zu einer höheren Wahrheit und die Abkehr von Hoffnung zu Trost werden kann.
Inhaltshinweis: Die Inszenierung schildert explizit Krieg, Missbrauch und sexualisierte Gewalt.
Eine Produktion der Theaterakademie in Kooperation mit dem Thalia Theater Hamburg
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