Wurde früher das Alter mit Würde, Erfahrungsreichtum und gelegentlich auch mit Weisheit in eins gesetzt, so hat der demografische Wandel in den westlichen Gesellschaften unseren Blick auf die späten Lebensjahre eines Menschen verändert: Das Alter wurde vielmehr zum Makel, einer Deformation gleich, die vor allem von Schwächen und Beschränkungen physischer und geistiger Herkunft zeugt.
Was aber, wenn man den Blick verändert, um jenseits der eingeschliffenen Muster etwas anderes zu entdecken. Schaut man zum Beispiel mit den Augen eines Clowns auf ...
Wurde früher das Alter mit Würde, Erfahrungsreichtum und gelegentlich auch mit Weisheit in eins gesetzt, so hat der demografische Wandel in den westlichen Gesellschaften unseren Blick auf die späten Lebensjahre eines Menschen verändert: Das Alter wurde vielmehr zum Makel, einer Deformation gleich, die vor allem von Schwächen und Beschränkungen physischer und geistiger Herkunft zeugt.
Was aber, wenn man den Blick verändert, um jenseits der eingeschliffenen Muster etwas anderes zu entdecken. Schaut man zum Beispiel mit den Augen eines Clowns auf die Welt, ändert sich auch das Bild des Alters.
Nicht selten gelten an den Orten, in denen Menschen häufig ihre letzten Lebensjahre verbringen, jene Regeln, die schon in der Schule und in Internaten galten: Wichtig ist, dass das Ordnungssystem von den Insassen befolgt wird, um das überall vermutete Chaos niederzuhalten. Die Zeiten stehen fest: Immer zur selben Stunde wird gegessen, geschlafen, Gymnastik betrieben, an bestimmten Tagen werden Besuche empfangen, unabhängig davon, ob man essen, schlafen oder Besuche empfangen will.
So entstehen die Widersprüche, die der clowneske Blick entdeckt: Die Besucher können zu Quälgeistern für den Besuchten werden, so dass er wie ein ohnmächtiger roter Clown diesen belehrenden Weißclowns gegenüber sitzt, die die Vernunft gepachtet zu haben glauben. Dem ordnenden Diktat der Verwahranstalt unterworfen, entwickeln die Einzelnen einen anarchischen Eigensinn, der in den alltäglichen Situationen auch das Komische provoziert.
Roberto Ciulli, einer der wenigen europäischen Theatermacher, der als Experte für die moderne, aber in Vergessenheit geratene Clownskunst gelten kann, wirft gemeinsam mit dem Ensemble des Theater an der Ruhr einen befreienden, tragikomischen und hochmusikalischen Blick auf das Dunkel des „Verfalls“: Eine brisante Clownerie des Alters.
EINE KOPRODUKTION MIT LES THÉÂTRES DE LA VILLE DE LUXEMBOURG
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