Es gehört längst zum guten Ton, darauf zu verweisen, dass Begriffe wie „legendär“ und „Legende“ allzu häufig benutzt werden. Anders als etwa in den USA, wo der inflationäre Gebrauch von Superlativen nicht nur fester Bestandteil des Marketings, sondern auch der Alltagssprache ist, pflegen wir in hiesigen Breiten (noch?) einen etwas nüchternen Umgang mit derartigen XXL-Prädikaten. Und das ist auch gut so. Doch wenn der Gast dieser NLJ-Ausgabe im Rahmen der Reihe „European Jazz Legends“ auftritt, dann nicht von ungefähr. Philip Catherine ...
Es gehört längst zum guten Ton, darauf zu verweisen, dass Begriffe wie „legendär“ und „Legende“ allzu häufig benutzt werden. Anders als etwa in den USA, wo der inflationäre Gebrauch von Superlativen nicht nur fester Bestandteil des Marketings, sondern auch der Alltagssprache ist, pflegen wir in hiesigen Breiten (noch?) einen etwas nüchternen Umgang mit derartigen XXL-Prädikaten. Und das ist auch gut so. Doch wenn der Gast dieser NLJ-Ausgabe im Rahmen der Reihe „European Jazz Legends“ auftritt, dann nicht von ungefähr. Philip Catherine i s t eine europäische Jazz-Legende.
Der Mann mit dem Englisch ausgesprochenen Vor- und dem Französisch ausgesprochenen Nachnamen (geboren in London, aufgewachsen in Brüssel) hat mit unzähligen Größen dies- und jenseits des Atlantiks gespielt - unter ihnen Stephane Grappelli, Jean-Luc Ponty, Chet Baker, Benny Goodman, Tom Harrell, Dexter Gordon, Nils-Henning Ørsted Pedersen, Carla Bley, Toots Thielemans, Klaus Doldinger, Didier Lockwood und Jasper van’t Hofs Pork Pie mit Charlie Mariano. Zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt Django Reinhardt – nicht von ungefähr nannte ihn einst Charles Mingus (auf dessen Album „Three or Four Shades of Blues“ er zu hören ist) „Young Django“. Ein Freund des swingenden Straight Ahead Jazz, aber auch intimer Kammermusik und der Rockjazz-Fusion, ein Melodien-verliebter erklärter Melancholiker (für seinen früheren Duo-Partner und Instrumentalkollegen Larry Coryell ein „wahrer Romantiker“) und ein Freund zupackender Grooves. Ob nun auf der elektrischen oder der akustischen Gitarre – Philip Catherine kultiviert stets einen singenden Ton, der ihn sofort identifizierbar macht.
Ein solcher Meister seines Faches verdient Begleiter*innen, die ihm gerecht werden. Und dabei kann der Gastgeber einmal mehr bewährten Kräften vertrauen, Kollegen und Freunden, die schon an so vielen unvergesslichen Next-Level-Jazz-Abenden beteiligt waren: Pianist Martin Sasse und Paul Hellers Bruder, Bassist Ingmar Heller.
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