„Tupi, or not Tupi, that is the question.”
(Aus dem Manifesto Antropófago, Oswald de Andrade, 1928)
Die Vorstellung von wilden Menschenfressern hat Europäern in Brasilien über Jahrhunderte Schrecken eingejagt und wurde als Vorwand für die Unterdrückung und Verdrängung der indigenen Tupi-Kultur genutzt. Der Akt des Verschlingens der Kolonisatoren ist auch eine Metapher, für den Umgang mit dominanten kulturellen Einflüssen, eine selbstbewusste Inkorporation von Unterschieden. Als kulturelle Praxis wurde ...
Abaporu(Tupi-Sprache): der Menschenfresser
„Tupi, or not Tupi, that is the question.”
(Aus dem Manifesto Antropófago, Oswald de Andrade, 1928)
Die Vorstellung von wilden Menschenfressern hat Europäern in Brasilien über Jahrhunderte Schrecken eingejagt und wurde als Vorwand für die Unterdrückung und Verdrängung der indigenen Tupi-Kultur genutzt. Der Akt des Verschlingens der Kolonisatoren ist auch eine Metapher, für den Umgang mit dominanten kulturellen Einflüssen, eine selbstbewusste Inkorporation von Unterschieden. Als kulturelle Praxis wurde es zum Prinzip der kulturellen Bewegung der Antropofagia in Brasilien in den 1920er Jahren. Die anthropophagische Bewegung versteht, dass die brasilianische Kultur im Zeichen des kritischen und respektlosen Verschlingens einer immer schon vielfältigen und veränderlichen Andersartigkeit entstanden ist.
Diese Performance erforscht wie das Prinzip der Anthropophagie ein Rezept bietet für die Selbstbehauptung gegenüber Unterdrückungen einer Merheitsgesellschaft. Mit vier Performer:innen aus vier Ländern wird in einer karnevalistischen, orgiastischen, nicht elitären, ethnisch gemischten Performance Unterdrückung bloßgestellt und dekonstruiert. Abgrenzungen werden aufgelöst und verschlungen, Identitäten und Fremdbestimmung verzehrt, zermahlen, wiedergekäut und zusammen mit unserem Unbehagen wieder hervor gewürgt. In einer Pendelbewegung zwischen Zerstörung und Aufbau werden so unsere Gemeinsamkeiten und unsere Identitäten hinterfragt und das Hybride als Lösung, der Unterschied als das, was uns verbindet präsentiert.
Wir bedanken uns bei Gabriel Zocrato, Konstantin Buchholz, Max Hübener und Blackschwarz.
Gefördert durch: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien, und die Hamburgische Kulturstiftung.
Ermöglicht durch die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung des Dachverbands freie darstellende Künste aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien.
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