7. März 1983, Rom. Marilyn Monroe betritt die Bühne. Es ist der Festakt zum 100. Todestag von Karl Marx. Millionen Zuschauer*innen vor dem Fernseher beobachten sie und hören gespannt zu: Marilyn singt die Internationale.
Dieses Ereignis hat so nie stattgefunden. Nicht nur Marilyn Monroe war zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Jahre tot – Die Sängerin und Erfinderin dieser absurden, konträren Performance Cathy Berberian, die für diese Kunstaktion die Rolle der Marilyn Monroe verkörpern wollte, starb einen Tag vor dem geplanten Ereignis an den ...
7. März 1983, Rom. Marilyn Monroe betritt die Bühne. Es ist der Festakt zum 100. Todestag von Karl Marx. Millionen Zuschauer*innen vor dem Fernseher beobachten sie und hören gespannt zu: Marilyn singt die Internationale.
Dieses Ereignis hat so nie stattgefunden. Nicht nur Marilyn Monroe war zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 20 Jahre tot – Die Sängerin und Erfinderin dieser absurden, konträren Performance Cathy Berberian, die für diese Kunstaktion die Rolle der Marilyn Monroe verkörpern wollte, starb einen Tag vor dem geplanten Ereignis an den Folgen eines Herzinfarktes.
Das Reenactment dieses Nicht-Auftritts ist die Vision von etwas, das hätte sein können, aber nie war. So beginnt die Musikperformance „a few words for a woman to sing“. Die Sängerin Cathy Berberian ist trotz ihres neu- und einzigartigen Umgangs mit Stimme sowie als Wegbereiterin in der Vermittlung für Neue Musik wenig bekannt. Sie steht im Schatten von männlichen Komponisten, wie John Cage, mit denen sie zusammenarbeitete. Hat ihr Schaffen eine geringere Anerkennung bekommen, weil sie eine Frau war? Wird der Frau kein Werk zugetraut? Wie tragfähig ist der Werkbegriff noch? Vertieft sich in ihm das binäre Denken? Wie kann er neu gedacht werden oder muss er (einfach) weg?
Neue Blickwinkel entstehen aus dem Sampling realer Fakten und heutiger Perspektive, eigener Auslegung, assoziativem Kontext, Übertreibungen, Verformungen und absurder bis wahnwitziger Zuspitzung.
Musik, Schauspiel, Gesang und Videos greifen ineinander und überlagern sich. Es entsteht eine Musikperformance als flüchtige Statue für Cathy. Zwischen Kitsch und Avantgarde. Ein posthumes Empowerment.
picnic: Jens Bluhm (Regie usw.), Lena Carle (Dramaturgie usw.), Anna Eger (Performance usw.), Meredith Nicoll (Stimme usw.), Felix Stachelhaus (Musik usw.), Mona Vojacek Koper (Performance usw.), Gianna-Sophia Weise (Kostüm usw.)
Gäst*innen: Manaka Nagai (Video), Philomena Olga Lauprecht (Produktionsassistenz), Marie Häusner (Mitarbeit Bühne), Iason Kondyli Rousseau (Plastik)
Gefördert durch die Hamburgische Kulturstiftung, die Claussen Simon Stiftung und die LICHTHOF Stiftung
Ermöglicht durch die Wiederaufnahme- und Gastspielförderung des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg, im Auftrag der Freien Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien.
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